Erfahrungsbericht: Online Backup mit Backblaze

Mein Fazit nach dem kostenlosen 14-Tage-Test

Bereits vor wenigen Tagen habe ich geschrieben wie wichtig ein Backup ist. Ich habe mich entschlossen, die kostenlose Probezeit zu nutzen und dem Online Backup Anbieter Backblaze eine Chance zu geben.

Was bietet Backblaze?

  • Unbegrenzter Speicher (wirklich!)
  • Externe Laufwerke werden unterstützt
  • Automatisches Backup im Hintergrund
  • Rechner lokalisieren (bei Diebstahl)
  • Kostenlose Wiederherstellung
  • u.v.m.

Was kostet das Backup?

Für einen unglaublichen Preis von (bis zu) $5 / Monat. Bis? Ja, genau. Denn wenn man nach den 14 Tagen Probezeit eine Monatliche Laufzeit wünscht kostet es $5 / Monat. Entscheidet man sich aber für ein Jahr bzw für zwei Jahre kostet der Monat nur noch $4,17 bzw $3,96. Bei dem guten Wechselkurs zahlt man dann aktuell:

  • 3,94 EUR (1 Monat Laufzeit)
  • 3,29 EUR (12 Monate Laufzeit)
  • 3,12 EUR (24 Monate Laufzeit)

Ich habe mich erstmal für die monatliche Laufzeit entschieden. Bei dem Preis kann man echt nichts sagen.

Was wird nicht gesichert?

Das Betriebssystem, Anwendungsdaten, Temporäre Daten, Podcasts aus iTunes, Daten auf Netzwerklaufwerken und klassische Backups (wie Time Maschine)

Wie lange dauert das Backup

Bei mir haben die Rund 350 GB ca. 12 Tage gedauert. Dabei habe ich anfangs mich auf die wichtigsten Ordner begrenzt (also Dokumente usw). Erst später habe ich Musik, Fotos und Videos dazugepackt 🙂 Über den Speedtest könnt ihr euren Upload testen und sehen wieviel Gigabyte ihr pro Tag hochladen könnt. Danach hab ich meine externe Platte noch gesichert, was natürlich etwas geduld bedeutet hatte 😉

speedtest

Backup wiederherstellen

Das geht super einfach. Über die Weboberfläche könnt ihr euch wie bei Time Maschine den Zeitpunkt auswählen von wann ihr die Datei/Ordner haben wollt (z.B. heute oder letzte Woche). Dann müsst ihr etwas warten (ihr erhaltet dann einen Hinweis per eMail) und dann könnt ihr die ZIP-Datei runterladen. Alternativ (jedoch kostenpflichtig) kann man sich das Backup per DVD oder als externe Festplatte (je 1TB) zuschicken lassen.
Das praktische ist, dann die Ordnerstruktur der ZIP-Datei genauso wie auf eurem Rechner aufgebaut ist. Man muss also entweder alles 1:1 kopieren bzw sich zum gewünschten Ordner durchhangeln.

Hinweise

  • Das größte „Manko“ ist natürlich der Upload. Aber dafür kann ja der Anbieter nichts. Wenn man wie ich dank VDSL 50 Leitung einen sehr guten Upload-Speed hat, dann ist das in wenigen Tagen erledigt. Blackblaze schreibt aber selber, wenn man länger als 30 Tage für das erste Backup braucht, dann ist das Angebot nicht das richtige für den Kunden.
  • Hat man aber erstmal das erste Backup abgeschlossen, sind alle weiteren Backups sehr schnell erledigt. Es werden nur noch die veränderten Daten hochgeladen. Was in der Regel nur wenige Megabyte sind.
  • Die Daten werden zwar verschlüsselt auf dem Server abgespeichert, jedoch kann man als Zusatz noch ein persönliches Kennwort setzen (was nicht Online gespeichert wird). Ohne dieses Kennwort ist das Backup nutzlos und kann nicht wiederherstellt werden. Trotzdem würde ich nicht auf dieses Kennwort verzichten. Schließlich lagern „online“ alle eure Daten.
  • Man kann außerdem einstellen, welche Ordner ausgeschlossen werden sollen. Denn manch einem mag zb Musik ja wichtig sein, aber sie muss nicht online gesichert werden.
  • Sichert man externe Festplatten / USB-Sticks, dann sollte man nicht vergessen, das diese nach 30 Tagen wieder vom Server gelöscht werden, sofern sie in diesem Zeitraum nicht gesichert wurden. Aber einmal im Monat die externe Platte an Laptop hängen, sollte ja kein Thema sein 🙂

Fazit

Ich nutze das Tool nun bereits seit wenigen Wochen und bin sprachlos. Im Hintergrund wird automatisch alles gesichert und das an einem sicheren Ort. Da ich mit meinem MacBook oft auf dem Sofa sitze, wird das lokale Backup über Time Maschine unregelmäßig gemacht. Außerdem habe ich den Zeitpunkt genutzt und meine externen Festplatten aufgeräumt. Doppelte Fotos, Musik usw entfernt und mal richtig aufgeräumt. Fast 100 GB wurden frei 🙂
Ich hatte vor gut einem halben Jahr den anderen Anbieter Mozy kurz getestet – war aber sofort enttäuscht. Modem-Upload-Speed und nur 50 GB für 5 EUR im Monat! Das ist hier anders.

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Wie steht ihr zu eurem Backup bzw einem Online-Backup?
Lasst mich teilhaben über die Kommentare.

21 Antworten auf „Erfahrungsbericht: Online Backup mit Backblaze“

    1. Du zahlst monatlich oder jährlich (kannst aber jederzeit die Zahlweise ändern). Wenn du (wie ich) monatlich zahlst, dann wird jeden Monat einzeln abgebucht. Läuft also automatisch 🙂
      Hast du mal keine Lust mehr, dann kündigt du einfach und bist den Monat später raus. Die Daten sind nach 30 Tagen (ohne Zugang mit dem Tool) aber dann auch weg. Ist ja irgendwie klar.

  1. Da ich momentan mit der neuen Preispolitik von Crashplan nicht einverstanden bin (deutliche Preiserhöhungen), habe ich mir auch Backblaze angesehen.

    Mich persönlich stört es etwas, dass der Restore nur über die Website möglich ist und Du somit Deinen Encryption Key aus der Hand geben musst und er soz. meinen Computer verlässt. Das habe ich an Crashplan geschätzt, dass ich zusätzlich zum Account Passwort noch für jeden Computer einen eigenen Encryption Key erstellen konnte.

    Stört Dich das nicht?

    Grüße,
    Michael

    1. Hi Michael,
      Crashplan kenne ich leider nicht. Aber ich hatte noch nie Probleme damit, das ich bei einem Restore den Key „rausgeben“ muss. Denn er ist ja nur temporär und für den Zweck, das du die Restore-Daten aussuchen kannst.
      Um etwas Wiederherzustellen muss du dich online anmelden. Erst dann unter Restore musst du den persönlichen Key eintragen. Und wenn ich es mal mit den Worten von Backblaze sagen kann:

      About Private Keys
      The machine is using a „Private Encryption Key“ to backup. Backblaze has no ability to know what is backed up and no ability to recover files unless you enter your Private Key.
      Backblaze will not store your Private Key anywhere.

      Da hat man nun zwei Möglichkeiten:
      1) Der Firma nicht glauben. Aber dann brauche ich erst gar nicht die Daten per Backup anzubieten.
      2) Der Firma glauben, aber keinen Key eingeben. Aber wie soll nun Backblaze wissen, was du konkret runterladen willst. Ist ja schließlich alles verschlüsselt.

      Oder wie ist es bei Crahplan gelöst? Musst du alles runterladen und dann erst die Daten entschlüsseln? Dann kannst du aber doch auch die Ordnerstruktur sehen und ist ebenso „unsicher“.

      Wie kommst du darauf, das der Restore nur über die Webseite möglich ist? Wie soll er denn sonst funktionieren? Per Anruf? 🙂

  2. Hallo Sebastian,

    Oder wie ist es bei Crahplan gelöst? Musst du alles runterladen und dann erst die Daten entschlüsseln?

    Crashplan hat eine Clientsoftware. In dieser kann ich dann auswählen, was ich restoren will. Auch die Backups von einem anderen Computer. Und hier kann ich auch einen eigenen Encryption Key eingeben. Die Restores werden dann automatisch entschlüsselt.

    Wie kommst du darauf, das der Restore nur über die Webseite möglich ist? Wie soll er denn sonst funktionieren? Per Anruf?

    Ja klar, die lesen mir dann meine Dokumente vor 😉

    Wie oben gesagt, kenne ich das nur über eine Clientsoftware.

    Es ist schon richtig was Du sagst, dass man einfach ein „Grundvertrauen“ braucht. Aber bei Crashplan war ich es halt gewohnt, einen eigenen Key zu erstellen und (im guten Glauben) davon auszugehen, dass der auch verwendet wird und von denen nicht einsehbar ist.

    Vielleicht muss ich mich einfach an die andere Herangehensweise gewöhnen 🙂

    Grüße,
    Michael

    1. Hallo Michael,

      Crashplan hat eine Clientsoftware. In dieser kann ich dann auswählen, was ich restoren will. Auch die Backups von einem anderen Computer.

      Das ist natürlich auch nicht schlecht. Aber bei Backblaze geht der Restore nur über die Webseite. Wenn du dann alle gewünschten Daten ausgewählt hast, bekommst du zwar auch eine Clientsoftware. Aber über die werden dann deine gewünschten Daten nur runtergeladen. Ich vermute wegen der Sicherheit und um jederzeit den Download fortzuführen (falls man ihn mal unterbricht – bei vielen GB ja gut möglich).

      Und hier kann ich auch einen eigenen Encryption Key eingeben. Die Restores werden dann automatisch entschlüsselt.

      Aber genau das bietet Backblaze doch auch an. Ist zwar optional, aber genauso möglich. Hier ein Screenshot wo du das erkennst (erst dann kann man auf die Daten zugreifen).
      http://sebastian-michalke.de/wp-content/uploads/backblaze-key.jpg

      Ja klar, die lesen mir dann meine Dokumente vor

      Nee 🙂 Ich meinte als Authentifizierung. 🙂

      Wenn es also nur am Key liegt, dieser ist hier ebenso möglich. Am besten ziehst du dir einfach mal die Software und testest die 14 Tage. Die sind ja kostenlos. Genau das hatte ich vor einem Jahr auch gemacht und war nach wenigen Tagen bereits überzeugt. Vielleicht bist du es nach einem persönlichen Eindruck ja dann auch. Halte mich gerne auf dem Laufenden.

  3. Hallo Sebastian,

    Aber genau das bietet Backblaze doch auch an. Ist zwar optional, aber genauso möglich. Hier ein Screenshot wo du das erkennst (erst dann kann man auf die Daten zugreifen).

    Das ist richtig und hab ich auch gefunden. Aber Du musst den Key dann halt für den Restore „aus der Hand geben“, weil man ihn dort auf der Seite eingeben muss, statt im Client.

    Aber ist halt ein etwas anderes Konzept, das etwas mehr vertrauen erfordert 😉

    Ich hab mir die Trial installiert und sehe es mir näher an. Uploads gehen schonmal flotter als bei Crashplan.

    1. Hallo Michael,

      Das ist richtig und hab ich auch gefunden. Aber Du musst den Key dann halt für den Restore “aus der Hand geben”, weil man ihn dort auf der Seite eingeben muss, statt im Client.

      Ob du den Key nun über eine verschlüsselte Seite einträgst oder über eine Software die dann eine verschlüsselte Verbindung herstellt ist am Ende aber das gleiche. Wenn der Dienst will, kann er das mit einer Hintertür „mitlesen“. Daher ist es egal welche Lösung angeboten wird, man muss den Firmen schon vertrauen.

      Bei Sony hat es ja auch niemand geglaubt, das die Kreditkartendaten unverschlüsselt in der Datenbank lagen. Aber wenn eine Backup-Firma sowas machen würde (die ja mit dem Thema Sicherheit wirbt), dann wär das für die schnell das Ende.

      Ich hab mir die Trial installiert und sehe es mir näher an. Uploads gehen schonmal flotter als bei Crashplan.

      Bin über dein Fazit gespannt.

    1. ok, das wusste ich nicht. Aber wo werden denn überall Metadaten verwendet? Mir fällt da nur Fotos ein. Bedeutet man weiß später nicht mehr wann das Foto mit welcher Kamera fotografiert wurde? mhm ich glaube gibt schlimmeres, oder?

  4. Aber wo werden denn überall Metadaten verwendet?

    zu den Metadaten zählen ja auch z.B. auch Berechtigungen und je nach Anwender sind diese Berechtigungen schon nicht unwichtig.

    Klar, im Zweifel isses mir schon wichtiger das Photo wiederzubekommen als dann noch zu wissen, wann es aufgenommen wurde 🙂

  5. Kurzes Update von meiner Seite: Ich habe Crashplan gekündigt und habe jetzt Backblaze aktiviert. Hauptgrund dafür war im wesentlichen die deutliche Preisanhebung auf Seiten von Crashplan.

    Jetzt werde ich mein Glück erstmal mit Backblaze versuchen

  6. Hallo Sebastian,

    ich bin auf der Suche nach einer Backup-Lösung und habe über eine Suche deinen Beitrag gefunden, welcher mir sehr gut gefällt.
    Backblaze ist nach wie vor eine kostengünstige Lösung für Online-Backups und ich bin am Überlegen, ob ich damit weiterkomme. Das Prinzip gefällt mir sehr gut, vor allem auch die Möglichkeit, im Falle eines Falles für akzeptables Geld eine 4TB HDD mit meinen Daten zugeschickt zu bekommen. Das ist cool. Wenn man wirklich mal einen Notfall hat und dann mehrere TB wieder runterladen möchte, dauert das ja sehr lange.

    Verwendest du Backblaze noch und kannst du es nach wie vor empfehlen?

    1. Hallo Martin, es freut mich das diese Artikel auch nach 6 Jahren noch helfen kann. Ich kann den Dienst auch noch heute weiterempfehlen. Ob ich ihn noch nutze? Nein. Das liegt aber an meiner Weise Daten inzwischen zu speichern.

      Vor einiger Zeit boten sie neben der Computersicherung auch eine vom NAS an. Das habe ich dann ebenfalls genutzt. Leider war durch einen dummen Fehler ein großer Teil meiner Daten im Backup weg. Es war mein Fehler, da ich die falsche Einstellung nachträglich wählte (Daten nicht älter als 1 Tag). sehr dumm. Aber den Dienst kann ich so weiterempfehlen. Aktuell nutze ich aber nur noch mein Nas und eine externe Platte um dort das Nas zu sichern. Das reicht mir inzwischen.

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