Hauptstadtkind

das Blog von Sebastian Michalke

Was passiert wenn jemand im Netz stirbt?

Im realen Leben werden die engsten Freunde informiert. Aber was passiert hier?

Inzwischen spielt sich das Leben nicht mehr nur per Telefon, Hausbesuchen und Briefen ab. Das Leben ist schneller, komplexer und digitaler geworden. Das zwischenmenschliche Zusammenspiel ist sehr oft zurückgegangen und spielt sich sehr oft elektronisch ab: Kontakte werden auf Single-Seiten geknüpft, Nachrichten werden per eMail geschrieben und die ein oder andere Beziehung endet auch nur per SMS.

Was passiert aber, wenn jemand stirb?

eMails überfüllen weiterhin das Postfach, Kommentare im Blog werden weiter getätigt lassen jedoch langsam nach. Und in sozialen Netzwerken kommt nach ein paar Wochen die Frage „ob man denn noch lebt“. Aus eigener Erfahrung muss ich sagen, es hatte damals bei mir 2-4 Wochen gedauert bis „Freunde“ festgestellt haben, das ich meinen Account bei FB deaktiviert hatte.

Die Frage bleibt: Was soll mit den Accounts und Webseiten der Verstorbenen passieren? Löschen lassen, nen Art digitale Ruhestätte oder einfach verwaisen lassen?

Die sozialen Netzwerke machen sich über das Thema bereits seit längerem Gedanken. In der Regel muss man dem Dienst schriftlich (mit der Sterbeurkunde) bestätigen, das der Angehörige verstorben ist und anschließend kann man persönlich entscheiden was passieren soll: Account schließen oder durch den Zugang das Profil verändern.

Meine Meinung

Wenn ich von mir sprechen würde, dann würde ich es so lassen, wie es ist. Denn die eigentliche Trauer(feier) findet eh im realen Leben statt. Dort kommt die Familie und enge Freunde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich danach auf dem digitalem Profil öffentlich meine Trauer bekunden würde. So etwas ist wirklich privat. Und wenn die Familie wirklich online eine Trauerbekundung aussprechen möchte, dann sollte man das über eine private (ggf neue) Homepage machen und nicht über eine LIKE, PLUS oder SHARE – Webseite.

3 Kommentare

  1. Über dieses Thema hab ich schon hin und wieder mal nachgedacht.
    Tolle Sache, das du darüber schreibst.
    Ich wollte schon längst einen Artikel geschrieben haben, um mich zumindest zu verabschieden … und diesen dann jeweils 2-3 Monate im voraus auf Termin zu setzen und das jeweils zu verlängern …
    Bisher ist es aber beim Vorsatz dazu geblieben.

    • Sebastian

      24. Januar 2012 at 10:41

      Die Idee ist gut. Aber ist man dann nicht regelmäßig genervt, das Datum zu verändern? Und mal ehrlich – wer würde dem Artikel glauben schenken? Natürlich möchte man das niemanden wünschen, aber interessant wär die Reaktionen auf diesen „Artikel“ schon.

      Meinen Artikel hier habe ich auch schon seit 2 Jahren im Entwurf. Da ich grad etwas am aufräumen bin, musste er einfach mal Online 🙂

    • Genervt wohl nicht wirklich; ist ja kein Aufwand.
      Und ob man dem Inhalt glauben würde – davon bin ich überzeugt.
      Nur leider die Reaktion darauf – erleben wir selbst dann mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr.
      Ich könnte mir diese aber schon sehr gut vorstellen … in jeglicher Hinsicht. 😀

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