Urlaub in Südtirol – Die Planung

Dieses Jahr ging es für uns nach Italien – genauer gesagt nach Südtirol. Das letzte Mal war ich wohl vor rund 20 Jahren in der Nähe der Alpen gewesen. Daher war vieles für mich neu und musste geplant werden.

Die Reise wollten wir mit unserem 4 Jahre jungen Qashqai unternehmen. Einfach weil ein Flug in den Süden + Mietwagen oder Bahn das Vierfache veranschlagt hätte. Zusätzlich ist man mit einem Auto einfach flexibler vor Ort.

Probleme

Die längste Strecke mit dem Wagen war bisher an die Ostsee und so schauten wir uns um, wie wir beide uns die knapp 900 km Strecke in den Süden aufteilen wollten.

  1. Kind 1 (inzwischen 3 Jahre) kann man irgendwie bespaßen (aber wie?). Aber Kind 2 (halbes Jahr alt) kann keine 12 Stunden angeschnallt liegen – ggf. noch in einer V-Position.
  2. Fahren wir also durch oder machen wir einen Zwischenstopp?
  3. Wie sieht es mit der Maut dort unten aus? Wie und wo kauft man die Vignetten?
  4. Bei jedem KFZ-Versicherungswechsel gibts doch ein Grünes DIN A4 Blatt für das Ausland – brauche ich das und wo hab ich das noch mal?
  5. Passen alle Koffer in den Wagen und was machen wir mit dem Kinderwagen? Kinderwagen != Platz für Koffer.
  6. Wie füttern wir Kind 2 (Flasche), wenn wir alle paar Stunden 37° C warmes (abgekochtes) Wasser brauchen.
  7. Welche Route nehmen wir und wann fahren wir los (Wochentag und Uhrzeit).

Wie ihr seht, es gab genug Dinge, die wir vorab planen mussten. Anders, als wenn man (nur) Strandurlaub plant und zusammen mit seinem Koffer durch ein Taxi zu Flughafen gefahren wird.

Lösungen

Kinderbespaßung

Wir schwankten zwischen der Mitnahme des iPads + Netflix und einem DVD-Player. Entschieden haben wir uns dann doch für einen tragbaren DVD-Player (mit 2 Monitoren). Wir haben uns als bereits vorausschauend für ein Gerät mit zwei Monitoren entschieden. So wird es später weniger Stress bei den Kindern geben.
Welches Gerät es genau wurde, werde ich noch einmal gesondert schreiben.

Strecke und Zwischenstopp

Es ging von der A10 über die A9 runter an München vorbei, durch Österreich nach Italien. Eben der direkte Weg.
Pro Strecke haben wir einen Zwischenstopp in einem Hotel eingelegt. Das hatte den großen Vorteil, dass wir entspannt fahren konnten. Vor und nach der Reise hatten wir eh jeweils noch eine Woche Urlaub.
Wir sind immer nach dem Frühstück los. Alle 2 Stunden wurde eine kurze Pause eingelegt, dass wir pro Tag um die 6 Stunden unterwegs waren. Alle waren so wesentlich entspannter, als wenn wir zwanghaft 10 oder mehr Stunden durchgefahren wären.

Auf der Hintour lag unser Tagesziel hinter München. Da wir am Sonntag los sind, hatten wir um München nur 30 min Stau. Am zweiten Tag waren wir bereits noch vormittags über dem Brenner und konnten problemlos durchfahren. Wirklich kein Stau!

Auf dem Rückweg (Montag) ging es die gleiche Route zurück – diesmal aber bis nach Nürnberg. Auch hier hatten wir freie Fahrt. Nur der Gegenverkehr (Richtung Süden) war teilweise erheblich durch Blechlawinen geprägt (Glück gehabt).

raststelle_oesterreich

Maut

Ich muss zugeben, ich brauchte etwas, um zu verstehen, wie das Mautsystem in Österreich und Italien funktioniert.

Österreich

Pauschal muss VOR Benutzung der Autobahn eine Vignette gekauft werden. Da man sich aber recht zügig hinter München ohne großes Trara plötzlich in Österreich befindet, sollte man da schon etwas aufpassen. Leider gab es in unserem Kurort Miesbach (Hotel 1) keine Möglichkeit an der Tankstelle eine Vignette zu kaufen. Der nette Verkäufer teilte mir aber mit, dass ich es auch nicht auf der Autobahn versuchen soll, da es dort sehr voll ist. Eine andere Tankstelle kurz vor der Autobahn konnte mir aber helfen und verkaufte mir die 10-Tage-Vignette für 8,70 EUR. Diese kommt auf die Windschutzscheibe und man darf auf die Autobahn (ohne kommt man auch rauf, aber die Strafgebühr beträgt über 100 EUR).

Zusätzlich gibt es noch Sondermautstrecken, natürlich mit extra Kosten verbunden. Eine dieser Strecken liegt um Innsbruck und kostet pro Fahrt 9 EUR. Diese Vignetten kann man aber bereits im Vorfeld zu Hause als Video-Vignette kaufen. Das bedeutet nichts anderes, als dass man sein Kennzeichnen online registrieren muss und auf der besagten Strecke über die Video-Spur in die Mautkontrolle fährt.

Italien

In Italien funktioniert das System etwas anders. Hier wird pro gefahrener Strecke bezahlt. Zu Beginn erhält man in der Mautstelle über einen Automaten ein Ticket (wie beim Parkhaus). Bei der gewünschten Ausfahrt muss man dann die erforderliche Summe bezahlen. Hier gab es auch eine Angestellte und man wird nicht mit einem Automaten allein gelassen. Für uns hat die einfache Strecke in Italien um die 5 EUR gekostet.

maut_brenner_italien

Auslandsversicherung

Jedem, der mit seinem Fahrzeug ins Ausland fährt, rate ich dringend das Grüne A4 Blatt seiner KFZ-Versicherung mitzunehmen. Über dieses Normblatt kann man vor Ort den Schaden mit der örtlichen Polizei regulieren. Braucht man zwar ein Glück fast nie. Wenn man es aber braucht, sollte man es bei sich führen.

4 Leute + Gepäck in einem Nissan Qashqai

Der Kofferraum und auch die Rücksitze von unserem „Willi“ sind vollkommen ausreichend – auch für einen Urlaub zu viert. Problematisch wurde es nun nur, als wir auch den Kinderwagen mitnehmen wollten. Denn der kompakte Kinderwagen passte einfach nicht mehr rein, als wir unsere Koffer hinten stehen hatten.
Daher entschieden wir uns für einen Dachgepäckträger. Die Reling war über unser Serienmodell bereits vorhanden. Es musste also nur die Box + Relingträger gekauft werden.

Hier haben wir uns für eine 320 L Box entschieden und auch die Alu Relingträger waren universal und kein Nissan Produkt. Für beides legten wir virtuell um die 200 EUR auf den Tisch. Was vollkommen ok ist. Denn nach meiner Recherche kann man locker das Mehrfache allein für den Dachgepäckträger ausgeben.

Sie ist abschließbar, auch die Relingträger sind durch ein Schloss vor Diebstahl geschützt.

Auch aerodynamisch gab es keine Probleme. Zwar hörten wir zwischen 60 und 100 km/h leichte Pfeifgeräusche, aber aufwärts der 100 km/h verschwanden ebenso schnell.

Nun konnten wir problemlos den Kinderwagen und einige Reisetaschen in der Box verstauen und hatten im Kofferraum sogar noch etwas Platz.

nissan_qashai_dachgepaecktraeger

Kleinkind unterwegs füttern

Wer ein Kind hat, wird wissen, was ich meine. Das Kind braucht alle paar Stunden eine Milchflasche. Das Wasser muss abgekocht sein, aber eben nicht zu heiß.
Wir entschieden uns am Ende für eine Thermoskanne, die zu Hause und nach jedem Hotel mit kochendem Wasser befüllt wurde. Es reichte daher eine kleine Menge pro Flasche, der Rest wurde mit (Babynahrung-)Wasser aufgefüllt. Für das Pulver nutzen wir bereits seit dem ersten Kind diesen praktischen Milchpulver-Portionierer.

Soweit die Planung und Reise in den Süden. Im nächsten Post gehen ich dann auf den eigentlichen Urlaub im schönen Pustertal ein.

5 Gedanken zu „Urlaub in Südtirol – Die Planung“

  1. Man man man das ist doch ein bisschen mehr woran man denken muss wenn man Kinder bei so einer Reise dabei hat.

    In Italien lagen unsere Mautkosten bei 27€ für eine Autobahnfahrt. Ich war auch erst verwirrt wie das System dort aufgebaut ist.

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  2. Schön zu lesen, dass es euch nach Südtirol verschlagen hat. Ich war zwar als Südtiroler noch nie in Antholz, aber habe heuer auch schon ein paar Tage im Nachbartal verbracht.

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  3. @Nils: Ja, das stimmt. 🙂 Aber man gewöhnt sich recht schnell dran – auch täglich. Ja, leider ist das nicht irgendwie logisch aufgebaut auf der Webseite.

    @Batscher: Danke 🙂

    @Andi: Du kommst aus Südtirol? Wusste nur, dass du in Innsbruck wohnst. Na wir waren genauer gesagt in Montal und nicht Antholz. Aber das kommt alles im nächsten Post 🙂

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