Hauptstadtkind

das Blog von Sebastian Michalke

Farbe, 16:9, 100Hz, LCD, HD, 3D

Ach wie einfach war die Welt noch in den 50er Jahren als das Fernsehen in s/w auf 3 Sendern gesendet wurde. Das Programm wurde (wenn überhaupt) direkt am Fernsehgerät umgeschaltet. Die ganze Familie saß beisammen und genoß die noch (ersten) Flimmerstunden mit Nachrichten vor dem TV.

Heute sieht das ganze etwas anders aus. Fast wöchentlich übertrupfen sich die Meldungen über neue Modelle und Techniken. Aber wie kam es dazu?

1967 – Farbfernsehen

Am 25.08. wurde zur IFA um 10:57 Uhr der Schalter zum Farbfernsehen umgestellt. Keine grauen Menschen mehr, die helle und dunkle Grautöne trugen. Nein – nun mussten Farben her.

1990 – Aus 4:3 mach 16:9

Der exakte Wert von 1,78:1 beschreibt die Aufteilung der Seitenverhätnisse. Seit Beginn der 90er Jahre wird dieses Format vorerst in Kinos dargestellt. Später folgen immer mehr Filme die in diesem praktischem Format gedreht werden. Der Vorteil von 4:3 war damals noch, das Vakuumröhren bei diesem Seitenverhältnis deutlich weniger problematisch sind. Da die Röhrenwanddicke weniger stark ausgeprägt sein musste, als später bei 16:9 Geräten, um gegen den Druck von außen standhalten zu können.

Der Vorteil bei 16:9 ist das bessere Sichtfeld des Auges – recht simple.

Ende der ’90er – 100 Hz

Was viele Jahrzehnte (seit 1920) lang normal war wurde nun abgelöt. Die 50Hz Flimmertechnik wurde durch die ersten 100Hz – Geräte ersetzt. Diese Technik erzeugte nun keinen Flimmereffekt mehr. Denn ab bereits 80Hz wird der Flimmereffekt weniger, komplett verschwunden ist er erst bei 100Hz.

seit 2000 – LCD / Plasma

Genauer gesagt Ende der 90 Anfang 2000 wurden die ersten LCD / Plasma-Geräte präsentiert. Der große Vorteil ist, sie sind um ein vielfacher dünner als ihre Kathodenstrahlröhren-Vorfahren. Erst seit wenigen Jahren setzt sich diese Technik in immer mehr Haushalten durch. Neben dem Platzangebot steigt nun auch die Größe des Geräts und zeitgleich der Anschaffungspreis. Inzwischen sind 40-55 Zoll keine Seltenheit mehr.

2005 – HD

Was jahrelang ein Streit um die Macht war erledigte sich 2008 als die Pornoindustrie und viele US-Studios den Umstieg auf Blu-Ray und nicht HD DVD einschlagen wollten. Was nun als Nachfolger der DVD sicher war, galt nicht auch für den TV-Standart. Aus 576 PAL (im Zeilensprungverfahren) werden nun Vertikalauflösungen von 720 Zeilen (Vollbilder) und 1080 Zeilen (Halbbilder).
Wo die meisten Staaten diesen Schritt schon vollzogen haben, hingt Deutschland wieder hinterher.
Zwar gab es vom 26.10.2005 bis zum 16.02.2008 die ersten HD-Übertragungen im deutschen Fernsehen (ProSiebenSat.1-Gruppe), jedoch wurde dies aufgrund der niedrigen Empfangsgeräte wieder abgeschaltet.

Zur Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin 2009 und zur IFA 2009 strahlten die Öffentlich Rechtlichen Sender (ARD / ZDF) ein Showcase und zeigte HD-Kunden wie nah man den Sportler sein kann. Zwar soll das Programm „nur“ in 720p übertragen werden, jedoch ist das ein guter Schritt in die Zukunft. Ab den Olympischen Winterspiele 2010 soll der Regelbetrieb in HD gestartet werden.

Die privaten Sender geben zwar ebenfalls Frühjahr 2010 als Start bekannt, unter welchen Vorraussetzungen das am Ende jedoch für den Kunden möglich sein wird, ist ungewiss. Gerüchten zufolge ist CI+ Vorraussetzung für den Empfang. Was jedoch weniger Freiheiten für den Kunden hat (Der Sender kann bestimmen was und wie lange aufgenommen werden darf, Werbung kann nicht vorgespult werden, usw).

2008 – 3D

Was seit vielen Jahren in IMAX-Kinos Standart ist soll nun auch für den Kunden zu Hause möglich sein – 3D-Fernsehen. Wo bisher nur computeranimierte Filme in 3D gezeigt wurden war das Jahr 2009 ein Meilenstein in der Geschichte. Die Filmstudios protzen mit 3D Filmen wie Harry Potter, Ice Age 3, Final Destination 4, Oben, usw.

Wie funktioniert 3D nun?
In den 3D-Kinos gibt es eine Brille die dem Kunden die beiden (leicht) versetzen Bilder wieder richtig zusammensetzt und so ein räumliches 3D-Bild erzeugt. Was so mit 2 Projektoren im Kino funktioniert geht nicht so einfach auch auf dem Heim-TV.

Zur IFA 2009 zeigte u.a. SONY das dies nun auch möglich sei. Spiele und Filme nun in 3D auf dem Fernsehrer erleben. Was zwar wirklich ein räumliches Bild erzeugt wird trotzdem ungewohnt und auf Dauer anstregend. Viele Kunden motzen, das sie keine 3D-Brille zu Hause tragen wollen und echtes 3D Erlebnis fordern. Jedoch da dies stark vom Blickwinkel abhängt wird dies noch lange Zukunftsmusik bleiben.

Selbst Sony äußerte sich nun 2 Wochen nach der IFA eher skeptisch auf 3D-Spiele und will sich eher auf andere Projekte zb „bessere Bewegungssteuerung über die Eye-Kamera“ konzentrieren.

Nachtrag:

Danke zzion für deine Hinweise. Habe ich verbessert. Das kommt davon wenn man den Text nicht nochmal in Ruhe durchfließt. Zur aktuellen Situation wollte ich eh was schreiben, aber Danke trotzdem für deine ersten Meilensteine.

Aktuelle Situation

Im Kino hat das Format „21:9“ das Format „16:9“ abgelöst und die neusten Filme werden in diesem Format auch fast durchgehend produziert. Großer Nachteil für die Kunden, die müssten sich nun wieder einen neuen Fernsehrer anschaffen. Meiner Meinung nach im Kino super, jedoch im Wohnzimmer ungeeignet. Die Fernseher sehen wie ein „Regal“ von oben aus. Nichts für mich.

Die neusten Fernseher werben inzwischen mit 600Hz und FullHD. Jedoch ist dieser Genuß der HD-Qualität nur per Blu-Ray (1080p50) und nicht im TV-Programm möglich.

Neben einigen HD-Sendern im Pay-TV auf SKY, gibt es inzwischen ARTE HD (Danke Alex für den Hinweis) und Anixe HD frei zu empfangen.

2 Kommentare

  1. Klugscheiß-Modus an! 😉
    Ein paar Korrekturen:

    16:9 gibt es fast gar nicht im Kino, dort dominiert 21:9, wie auch bei Blu-Rays.

    Flimmereffekt ist schon ab 72Hz fast nicht mehr wahrzunehmen.

    Die ersten Plasmas kamen von Pioneer 1997 auf den Markt. Vorteile: Kein Flimmern, größere Bildschirme, höhere Auflösungen (dieser Punkt wurde erst später umgesetzt)

    Es gibt alle Auflösungen in interlaced oder progressive, also auch 1080p, vor allem 1080p24 mit 24 Bildern/Sekunde, wie im Kino.

    Sony wird sich garantiert nicht auf Natal konzentrieren, da dies von Microsoft kommt. Sony hat den Motion-Controller.

    Korrekte Rechtschreibung (eine Auswahl ;):
    Blu-Ray, Standard, entweder „hing“ oder „hinkte“, Harry Potter :D, Dauer, motzen, „skeptisch“ nicht mit „auf“

  2. Arte strahlt (zumindest teilweise) in HD aus:
    http://www.arte.tv/de/suche/2199996.html

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