Ich habe mir eine teure COROS-Uhr gekauft, weil mir die günstige zu billig aussah. Es war ein Fehler – aber ein ganz anderer, als ihr zunächst denkt. Teil 3 meiner Serie auf der Suche nach dem Apple-Watch-Ultra-Nachfolger. Nachdem sich Garmin im letzten Teil zurückgekämpft hat, geht es heute um die COROS-Uhren.
Das Fazit vorweg
Die COROS Pace Pro mit AMOLED-Display hat mich mit Preis/Leistung, toller Benutzerführung und starkem Akku überzeugt – ihr einziger echter Schwachpunkt ist die Plastik-Optik. Die rund 150 € teurere Apex 4 mit Metallrand und Saphirglas sollte genau das lösen – scheiterte für mich aber am MIP-Display, mit dem ich einfach nicht warm geworden bin. Kurz: die günstigere Uhr war für mich die bessere.
Warum die Pace Pro und nicht die Pace 4?
Ganz einfach: die Kartennavigation. Bei der Pace 4 gibt es nur einen schwarzen Bildschirm mit Krümelnavigation – keine übersichtliche Karte mit Straßennamen. Daher direkt die Pace Pro.
Update vom September 2026:
Coros hat per Software-Update nun auch bei der Pace 4 eine vollwerte Navigation (Beta) veröffentlicht.
Was mich an der Pace Pro sofort überzeugt hat
- AMOLED-Display – schön hell und klar.
- Preis/Leistung stimmt.
- Benutzerführung auf der Uhr und in der App macht einfach Spaß. Beim Laufen gehst du Schritt für Schritt intuitiv durch die Punkte und kannst sofort starten.
- Coole Features: integrierte Komoot-Navigation, Pace-Rechner, einfache Anpassung der Datenfelder.
- Akku: Von zwei Tagen bei Apple komme ich hier locker auf 15 bis 20 Tage. Haken dran.
Navigation: COROS geht einen eigenen Weg
Du hast direkt in der App eine Karte mit Suchfunktion und legst dort eigene Routen an. Verbindest du Komoot, tauchen deine gespeicherten Strecken automatisch auf – filterbar nach Sportart oder Streckenlänge. Zwei Klicks, und die Route ist auf der Uhr.
Weil ein Lautsprecher fehlt, gibt es keine Sprachausgabe – nur ein Piepen kündigt eine Abbiegung an. Aber das machen sie richtig gut: „In 30 m rechts abbiegen“ inklusive Straßennamen. Wer trotzdem Sprachausgabe will, kann Bluetooth-Kopfhörer koppeln – Stand Mitte 2026 allerdings nur auf Englisch.
Ein Punkt fiel mir im direkten Vergleich sofort auf: Bei der Garmin ruckelt das Verschieben der Karte, sie lädt immer 1-2 Sekunden nach. Bei COROS ist die Karte flüssig – rein- und rauszoomen, hin- und herschieben, 1A, so wie ich es von der Apple Watch Ultra kenne. Die Kartenkacheln wählst du in der App aus und überträgst sie kostenlos auf die Uhr.
Training: Runna, Kraftsport und das COROS Hub
- Runna funktioniert 1A: Ich sehe Trainingsplan und Zielgeschwindigkeit direkt auf der Uhr.
- Krafttraining zeigt Animation und Wiederholungen und lässt sich aufs iPhone spiegeln – noch nicht so umfangreich, wie ich es gerne hätte (z. B. welche Übung gerade ansteht), aber brauchbar.
- COROS Hub: eine Weboberfläche mit allen Daten und Metriken, groß und übersichtlich. Dort pflegst du einen Kalender, stellst deinen Trainingsplan zusammen (Laufen, Kraft, was auch immer) – wird automatisch auf die Uhr synchronisiert. Richtig schön gelöst.
Das große Aber der Pace Pro
So gut die Uhr ist – sie sieht mir persönlich zu sehr nach Plastik aus. Und das Glas ist kein Saphirglas. Entsprechend habe ich immer ein bisschen Angst, irgendwo anzustoßen und sie zu beschädigen. Sie ist sehr funktional – prima für Läufer, die am liebsten möglichst wenig am Arm tragen. Ein bisschen mehr Eleganz wäre für mich aber schön gewesen.
Der Griff zur Apex 4 – und ihr MIP-Display
Also habe ich zur Apex 4 gegriffen. Das Schöne: identische Software und App, ich kann die ganze schöne Benutzerführung einfach fortsetzen. Dazu ein Metallrand und Saphirglas – genau die Probleme der Pace Pro gelöst. Eigentlich ein Gamechanger.
Aber: Die Apex 4 hat nur ein MIP-Display, und damit bin ich einfach nicht warm geworden. Ja, im hellen Tageslicht ist es klar ablesbar, und der Akku hält dank des sparsamen Displays noch einmal länger als die ohnehin schon starken 15-20 Tage der Pace Pro. Trotzdem: Ich komme von den schönen AMOLED-Displays, und das fehlt hier einfach.
Dazu ist das Display stark blickwinkelabhängig. Man schaut ja meist direkt auf die Uhr – und ich konnte oft kaum etwas erkennen, es war mir schlicht zu dunkel. Erst aus einem bestimmten Winkel wird alles klar und scharf. Die Beleuchtung per Knopf bringt draußen nichts. Verrückt: Ich hatte auf dem AMOLED tatsächlich die bessere Lesbarkeit als auf dem MIP. Und dafür zahle ich bei der Apex 4 noch mal rund 150 € mehr als für die Pace Pro.
Meine ehrliche Frage an COROS: Warum nicht einfach ein AMOLED-Display als Auswahl für die Apex 4 anbieten? Dann hätte man Schutz, Metallrand, schönes Display – und der Akku wäre immer noch lang.
Der gemeinsame Kritikpunkt: zu dunkle Karten
Ein Punkt betrifft beide Uhren, weil die Plattform identisch ist: Ich finde die Karten in der Darstellung zu dunkel. Wasser in dunklem Blau, Grün ebenfalls dunkel, Wohngebiete sogar in Schwarz – wo man sonst eher einen hellen Grauton kennt. COROS sagt selbst, das sei der Akkulaufzeit geschuldet. Verstehe ich, aber ein bisschen heller und freundlicher wäre schön – oder eben eine Auswahlmöglichkeit. Unterm Strich sind das aber weniger Kritikpunkte als bei Garmin.
Pace Pro vs. Apex 4: die harten Fakten
| Modell | Display | Glas | Akku (Smartwatch) | Gewicht | Straßenpreis |
|---|---|---|---|---|---|
| COROS Pace Pro | AMOLED | Mineralglas (kein Saphir) | ca. 20 Tage | 39 g | ca. 400 € |
| COROS Apex 4 | MIP | Saphirglas | ca. 24 Tage | 53 g | ca. 450 € |
Für wen welche COROS?
Wer MIP mag, wird mit der Apex 4 glücklich – sie hat alle Features, die der Pace Pro fehlen (Metallrand, Saphirglas, noch mehr Akku). Für mich ist es persönlich nichts. Wer dagegen ein AMOLED-Display will, ist mit der Pace Pro super aufgehoben: schöne Uhr, tolle Benutzerführung, viele Features, fairer Preis – ein starker Kompromiss gegenüber der Apple Watch Ultra, inklusive schönem Trainingsplan in App und Weboberfläche.
➡️ Zur kompletten Smartwatch-Vergleichstabelle (30+ Modelle)
Wie geht es weiter? Das Finale
Jetzt sind alle vier Uhren im Rennen: Apple Watch Ultra 2, Garmin Forerunner 970, COROS Pace Pro und COROS Apex 4. Im direkten Vergleich fällt die finale Entscheidung – und die war knapper, als du denkst.
➡️ Teil 4 – Das Finale: Welche Uhr bleibt? (Link folgt, sobald online)
⬅️ Teil 2 – Garmin Forerunner 970 im Test
FAQ
COROS Pace Pro oder Apex 4 – welche ist besser?
Kommt aufs Display an. Die Pace Pro (AMOLED) ist günstiger und für mich besser ablesbar. Die Apex 4 (MIP) bietet Metallrand, Saphirglas und noch mehr Akku, kostet aber rund 150 € mehr.
Hat die COROS Pace Pro eine Sprachausgabe?
Nicht über einen eingebauten Lautsprecher – die Navigation läuft über Piepsignale mit Straßennamen. Sprachausgabe geht per Bluetooth-Kopfhörer, Stand Mitte 2026 nur auf Englisch.
Ist ein MIP-Display schlechter als AMOLED?
Nicht generell – MIP glänzt bei Akku und Ablesbarkeit in direktem Sonnenlicht. Mir war es aber zu blickwinkelabhängig und zu dunkel; ich fand AMOLED im Alltag besser lesbar.
Warum sind die COROS-Karten so dunkel?
Laut COROS zugunsten der Akkulaufzeit. Eine hellere Darstellung oder eine Auswahlmöglichkeit wäre wünschenswert.
Und du? Was ist dir wichtiger – Display, Gehäuse, Benutzerführung, oder überzeugt dich am Ende die Marke? Schreib es mir in die Kommentare.

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