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das Blog von Sebastian Michalke

Freifläche Rigaer Str. 22 wird bebaut

Unter dem Bauprojekt „Smarthoming“ wird in naher Zukunft einer der letzten Freiflächen Friedrichshains verbaut. Die Arbeiten haben bereits begonnen.

Letzte Woche ging es offiziell los. Ein Bagger hat im Auftrag, der Eigentümers unter dem Schutz der Polizei begonnen das Areal zu säubern.
Zig ausgewachsene Bäume, Büsche und Sträucher wurden mit der restlichen Grünfläche gerodet. Das Ziel: 6 Townhouses für Eigentumswohnungen.

„5.000qm GRÜN ZUM DURCHATMEN“

So heißt es im Werbeprospekt. Wie paradox:
Grünflächen erst roden, um dann in einer künstlichen Welt neu zu pflanzen.

Vorgeschichte

Zu Zeiten der DDR standen hier noch Baracken mit Büroräumen. Die weiteren 8.000qm wurden als Fuhrpark genutzt. Das kann man auch noch sehr gut an der langen Rampe erkennen.

Nach der Wende war dann lange Ruhe. Irgendwann kam der Vorschlag, das Gelände unter dem Motto „Wohnen und Arbeiten am Frankfurter Tor“ umzugestalten. Es gab aber auch zwischendurch bereits den Vorschlag hier einen Supermarkt, Hundeauslaufplatz und Nachbarschaftspark zu erreichten. Alles scheiterte.

Im Jahr 2007 folgte wohl die finale Entscheidung. Denn das Stadtplanungsamt hat erfahren, dass der Eigentümer einen positiven Bauvorbescheid und die ersten Probebohrungen durchführte.
Trotzdem folgte jahrelang nichts. Zumindest nicht sichtbar – das ist nun vorbei.
Seit Ende letzter Woche wurde damit begonnen das Gebiet zu roden.

Direkter Vergleich

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Im Lauf der letzten 20 Jahre hat sich die Natur langsam das Gebiet zurückgeholt. Aber auch hier regiert Geld die Welt.
Und mit Natur kann man kein Geld verdienen.

Die Werbebroschüre

Ein Glück ziehe ich bald um, und muss den Baulärm nicht mehr erleben. Aber es ist für die weiteren Anwohner in Friedrichshain echt heftig mit anzusehen, wie ihr Bezirk immer mehr durch Berlin-Fremde überrannt wird.

Vielleicht schaffe ich es ja vor dem Umzug noch ein paar Fotos/Videos zu machen.

Weitere Links:

6 Kommentare

  1. So grün wie das Prospekt vermuten lässt, scheint der Bau auch nicht zu werden – zumindest auf den zweiten Blick. Dass man aber nicht einfach Fläche leer stehen lassen will, kann ich auch verstehen. Da hätte die Stadt schnell genug sein müssen und den Grund kaufen. Aber immerhin sind es nicht so riesige Wohnblöcke mit hunderten von Wohnungen.

    • Sebastian

      22. Oktober 2012 at 16:16

      Klar hätte die Stadt schneller sein müssen (vor 10 Jahren), aber wieso was kaufen, was kein Geld einbringt sondern kostet. Dann doch lieber nen Flughafen bauen, den Bundesnachrichtendienst verlegen und andere Dinge in den Sand setzen – hat Berlin mehr von 😉 als so ne kleine Grünfläche für „3“ Anwohner. Man man man

    • Das ist doch allgemein ein Problem der Städte. Der Grund ist einfach zu teuer um brach zu liegen oder einen Park darauf zu eröffnen. Und dass in der Politik gerne Geld in den Sand gesetzt wird, ist ja auch nichts neues 🙂

  2. Also ich habe mich auch zu dem Thema schlau gemacht. Es handelt sich hier um ein Baugruppenprojekt. In diesem Projekt sind Privatleute vor allem junge Berliner Familien, welche sich ein Eigenheim eines Bauträgers nicht leisten können. Dieses Projekt macht nicht den Anschein, dass es gewinnbringend sein wird, es wird vielmehr das Flair dieses Viertels nähe Samariterkiez zum positiven hin verbessern. Es ist niemals schön, wenn Nachkriegsbaulücken vorhanden sind. Ein zusammenhängendes Stadtbild ist viel harmonischer und wirkt sich positiv für alle Anwohner in dieser Gegend aus. Grünflächen sind in der Lage vorhanden und werden vorhanden bleiben wie der nahegelegener Forckenplatzpark oder der Volkspark Friedrichshain. Wieso sollten wir nicht als Berliner unsere neuen Nachbarn im Samariterkiez willkommen heißen und zeigen wie tolerant wir sein können, denn Toleranz ist eine Tradition jedes Berliners.

    • Sebastian

      5. März 2013 at 21:57

      Hi Robert, danke für das Hintergrundwissen. Trotzdem finde ich sind die Preise sehr hoch, egal ob nun ein Baugruppenprojekt oder nicht. Da kann man sich nur schwer vorstellen, das es sich um „normale“ Familien handelt. Hast du neue Fotos von dort? Ich bin ja seit November umgezogen in die Natur nach Köpenick.

  3. Hallo Sebastian, ich kenne die Preise nicht, aber heutzutage ist alles teuer geworden. Ich habe nichts gegen Berlinfremde, da eine bunte Mischung aus unterschiedlichen Kulturen und verschiedenen Teilen des Landes und der Welt, eine Weltstadt wie Berlin charakterisiert. Vielleicht werden durch das Geld, das diese Eigentümer an die Stadt für die Grunderwerbsteuer zahlen werden, für neue Projekte zu Gute kommen bzw. auch den Bau des Flughafens fördern 🙂

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