Der alltägliche Hartz IV Horror

Der alltägliche Hartz IV Horror


Seitdem die Hartz IV Reformen auf den Weg gebracht wurden und somit das Sozialsystem grundüberholt wurde, gibt es immer wieder Diskussionen darüber, wie es in Jobcentern zugeht. Es geht um respektlose Behandlungen und sinnlose Sanktionen, die Menschen in Not noch mehr Kummer und Elend bescheren, als Sie ohnehin schon ertragen müssen. Viele Jobsuchende fühlen sich erniedrigt und schikaniert. Hilfe, so denken viele, erhalten Sie im Jobcenter nicht und schon gar keine Rücksicht auf eventuelle Umstände.

Fast zwei Dekaden gibt es nun bereits Hartz IV. Grund genug, einmal auf die verrücktesten Geschichten aus Deutschlands Jobcentern zu erzählen.

Es ist ein widerkehrendes Problem des Systems. Jeder, der sich im Jobcenter für ALG II anmeldet (oder aber aus ALG I schlussendlich in ALG II fällt), wird „gleichbehandelt“. Was rechtlich und auch philosophisch gesehen zu allererst einmal kohärent und fair klingt, ist jedoch ein Problem, wenn ein gut gebildeter Mensch, der seinen Job zuvor ohne Probleme ausüben konnte, plötzlich wie ein Kind behandelt wird und in eine Schublade mit Menschen gesteckt wird, die eventuell noch nie gearbeitet haben und vielleicht auch nie werden. So erging es jemanden, der, nach dem seine Zeit als Berufssoldat endete, im Jobcenter wie ein „kleines Kind“ behandelt wurde, so sagt er. Man habe ihm beispielsweise gesagt, wie er den Computer einzuschalten habe, als wäre er quasi grenzdebil.

Eine Dame, die für Dekaden als Bürokraft arbeitete verlor ihren Job und wendete sich ans Jobcenter. Die 62-Jährige war vermutlich aufgrund ihres Alters schwer zu vermitteln, trotz all der Erfahrung und den dazu erworbenen Fähigkeiten. Die Antwort des Jobcenters? Ein 1-Euro Jobs für die Zwischenzeit, bis sie schlussendlich umgeschult werden sollte – für einen Job, der militärische Erfahrung und den Gebrauch einer Waffe vorsieht.

Der Klassiker der Jobcenter Klassiker ist aber zweifelsohne die Streichung von Geldern, die sogenannten Sanktionen. Einer 19-jährigen wurde ihr kompletter Regelsatz für vier Monate gestrichen. Und dies nicht, weil sie, getreu des Klischees, schlichtweg keine Lust auf den Termin hatte oder ihn verschlief. Die Hartz IV Bezieherin war unterwegs und nahm an einem Vorstellungsgespräch für einen potentiellen Job teil – also genau das, was das Jobcenter befürworten und fördern sollte. Dem war nicht so. Anstatt die Situation zu verstehen und schlichtweg einen neuen Termin anzusetzen, strich das Amt ihr den kompletten Regelsatz, sodass sie alleine von €190 Kindergeld über die Runden kommen musste. Zwar machte sie das Jobcenter auf die Situation aufmerksam, aber selbiges blieb hart und die 19-jährige musste aufgrund der Tatsache, dass sie kein Geld zum Leben oder für eine Wohnung hatte, wie eine Obdachlose zwischen Verwandten und Freunden hin-und herziehen.


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